Mehr Planung, weniger Improvisation!
Immer wieder ist in Statistiken und Untersuchungen zu lesen, dass in der Baubranche noch beachtliche Einsparungspotenziale brachliegen.
Je nach Institut und Studie bewegen sich die Produktivitätsverluste und damit verbundenen Mehrkosten bis in den zweistelligen Bereich der Herstellkosten. Nicht nur auf mögliche Verbesserungen durch die Verwendung von neuen Technologien und neuen Produkten wird in den Untersuchungen verwiesen, sondern auch auf die Optimierung von Abläufen, Logistik und Informationsflüssen. Empfohlen wird auch immer wieder eine neue Kultur in Bezug auf vorausschauende Planung und die „Wiederentdeckung“ der guten alten Arbeitsvorbereitung – mehr Planung, weniger Improvisation!
Statistiken und Untersuchungen kann man trauen oder nicht. Gespräche mit privaten Bauherren legen den Verdacht nahe, dass die in den Statistiken und Untersuchungen genannten Größenordnungen nicht wirklich falsch liegen. Auch Sie berichten von selbst für den Laien erkennbarer Verschwendung. Und den Blick in das eine oder andere Unternehmen und auf Baustellen kennen wir alle.
Natürlich können wir auch weiterhin sagen: das ist schon richtig so, hier könnten wir wirklich viel Geld sparen! Das geht aber nur wenn sich die Anderen ändern!
Und weiterhin mit dem Finger auf den jeweils Anderen zeigen: Der Ausführende auf Auftraggeber und Planer, der Planer auf Auftraggeber und Ausführende und der Auftraggeber auf Planer und Ausführende.
Vielleicht sind aber genau die nächsten Jahre die richtige Zeit, im eigenen Unternehmen das Thema Produktivitätssteigerung zu einem strategischen Thema zu machen und Verschwendung in der Baubranche in all ihren Erscheinungsformen - Stillstandszeiten, Nacharbeiten, Reparatur, kurzfristige Besorgungen, Änderungen, Doppelbearbeitung, Fehler, Mängel....... – zu reduzieren.
Denn die Verschwendung hilft wirklich keinem: nicht dem Auftraggeber, nicht den Planern und auch nicht den Ausführenden. (von Christian Haidegger)