März
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09:31

Industrialisierungsmuffel

Die Turbulenzen rund um den Euro beschleunigen die Gründung einer europäischen Witschaftsregierung. Und am Anfang einer Wirtschaftsregierung steht ein Konzept. Ziel ist etwa. die Förderung von Forschung und Bildung, wie immer in solchen Papieren. Zum Ziel setzt man sich eine Akademikerquote von 40%. Das ist großartig. Ich frage mich nur, wo sollen all die gut ausgebildeten Absolventen arbeiten. Tatsache ist nämlich auch, dass Arbeitsplätze europaweit in den letzten 20 Jahre primär im Niedriglohnsektor geschaffen wurden, also in Handel und Dienstleistung.

Auch am Bau ist der Einsatz von Akademikern enden wollend. Solange handwerklich gebaut wird, benötigt es primär Menschen die anpacken und improvisieren,und nur wenige Manager. Eine Änderung dieser Personalstruktur ist nur im Zuge einer echten Industrialierung am Bau vorstellbar. Denn der damit einher gehende hohe Vorfertigungsgrad bedingt mehr Ressourcen für Planung und Logistik. Und dafür sind - wie in jeder anderen industrielle Produktion - hoch qualifizierte Arbeitnehmer notwendig. Eine Industrialisierung des Bauwesens führt wohl auch zu einem gewaltigen Konzentrationsprozess und deutlich größeren Unternehmseinheiten. Für Leitungsfunktionen benötigt man abermals Akademiker. Soviel zur Therorie. Aber will die Branche überhaupt eine Industrialisierung?

 

Andreas Kreutzer, Kreutzer, Fischer & Partner Marktanlayse

Bauwritschaft, Bauindustrie, Baugewerbe, Österreich, Bauforschung, Bildung

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