04.12.2009 10:41

Aktiengesellschaften

Schleppender Börsegang der Hochtief-Tochter

Der deutsche Baukonzern Hochtief hat große Hoffnungen in den Börsegang seiner Flughafen- und Beteiligungstochter Concessions gesetzt. Doch im Vorfeld des ersten Schritts an die Börse lief es alles andere als glatt - so war das Orderbuch erst zur Hälfte gefüllt.

Der von großen Hoffnungen begleitete Börsengang der Flughafen- und Beteiligungstochter des Baukonzerns Hochtief läuft holprig. Der größte deutsche Baukonzern wollte am Donnerstags entscheiden, ob diesen Freitag wie geplant bis zu 49 Prozent an Hochtief Concessions erstmals an der Börse gelistet würden, sagte ein mit dem Prozess vertrauter Banker. Händler hatten berichtet, das Orderbuch sei einen Tag vor dem Ende der Zeichnungsfrist erst etwa zur Hälfte gefüllt.

Ein Hochtief-Sprecher schloss eine Senkung der Preisspanne von 24 bis 29 Euro aus. "Es wird definitiv keine Preissenkung geben, das haben wir immer gesagt. Wir stehen unter keinerlei Druck und sind vom Wert des Assets überzeugt", betonte er. Zur Frage eines möglichen Abbruchs sagte der Sprecher nur: "Es gibt ein festgeschriebenes Timing. Punkt." Hochtief-Chef Herbert Lütkestratkötter hatte sich mit der Nachfrage nach den Papieren kürzlich sehr zufrieden gezeigt, aber betont: "Wir werden nicht zu jedem Preis verkaufen und müssen es auch nicht." Hintergrund der Äußerung waren die jüngsten Rückschläge an den Börsen durch die Dubai-Krise.

Verlängerung der Angebotsfrist scheint unrealistisch


In Bankenkreisen wurde eine Verlängerung der Angebotsfrist ebenfalls als unrealistisch erachtet. Möglich sei neben einer Absage die Ausgabe von weniger Aktien. Vor allem ausländische Anleger stießen sich an den zahlreichen Minderheitsbeteiligungen im Portfolio von Hochtief Concessions. Viele empfänden auch den Preis als zu hoch. Marktteilnehmer erhoffen sich von Hochtief Concessions ein Signal, dass Börsengänge in Deutschland wieder Anklang finden. Die begleitenden Banken Citi, Goldman Sachs und Deutsche Bank wollten sich nicht zu dem Prozess äußern.

Die Zeichnungsfrist läuft für institutionelle Investoren am Donnerstag um 18.00 Uhr (MEZ) aus. Am oberen Ende der Spanne könnte Hochtief Concessions der erste Milliarden-Börsengang in Deutschland seit rund zwei Jahren werden. Nach den bisherigen Plänen hängt die Zahl der Aktien vom Zuteilungspreis ab. Je höher er ist, desto geringer fällt die geplante Kapitalerhöhung aus und desto mehr Papiere gibt Hochtief ab. Damit soll die Beteiligung des Mutterkonzerns bei 51 Prozent gehalten werden, der Tochter sollen 600 Millionen Euro für geplante Investitionen zufließen. (APA/pm)

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