05.02.2010 12:09

Bautechnik

Neue Wege im Betonbau - Beton auf Luft

Betonplatten, die auf Luft schweben, härten problemloser aus. Mit dieser innovativen Technik wollen Wissenschafter um Anton Schweighofer vom Institut für Tragkonstruktionen der Technischen Universität Wien den Betonbau in Zukunft weniger störungsanfällig machen.

Durch ein Luftkissensystem soll die Entstehung etwa von Spannungen und Rissen verhindert werden, hieß es in einer Aussendung der Universität am 1. Februar. Bei gängigen Verfahren werden Betonplatten überall dort, wo Kontakt zum Untergrund besteht, auf sogenannte Gleitlager gegossen, so die Techniker.

Diese bestehen aus Folienschichten, dazwischen befindet sich Bauvlies. Trotz des Gleitlagers kommt es vor allem durch die entstehende Wärme und Volumenänderungen beim Abbinden des Betons zu Beanspruchungen. Häufig sind die herstellungsbedingten Temperaturbeanspruchungen höher als jene der Nutzung.

Die Wiener Forscher haben deshalb die Technik modifiziert: Die Folien werden umgeschlagen und verschweißt, anschließend wird der nun geschlossene Zwischenraum unter Druck gesetzt. Es entsteht ein Luftkissen, der das Eigengewicht der Platte kompensiert.

Das Ergebnis ist, dass sich die Bodenplatte vom Untergrund entkoppelt und sich vollkommen frei und vor allem ohne Reibung bewegen kann. So entstehen beispielsweise keine Zwangsspannungen. Erst nach dem Aushärten wird die Luft abgelassen.

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