28.10.2009 12:16
Finanzen
Die Banken der Eurozone vergeben weniger Kredite
Die Banken der 16 Euro-Länder haben im September weniger Kredite vergeben als im August. Nach Angaben der Europäischen Zentralbank ist dies ist der erste Rückgang seit mindestens 17 Jahren. Die EZB sieht darin erste Anzeichen einer Kreditklemme und wirft den Banken "business as usual" vor.
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Die Kreditvergabe der Banken in den 16 Euro-Ländern ist im September erstmals seit Einführung der Statistik 1992 gesunken. Die Anzeichen für eine Kreditklemme in Folge der schweren Finanz- und Wirtschaftskrise nehmen demnach zu. Die Summe der an Firmen und private Haushalte ausgereichten Darlehen fiel um 0,3 Prozent, wie die Europäische Zentralbank EZB mitteilte. Im August hatte sie noch plus 0,1 Prozent betragen.
Einige Banken machen weiter wie früher
Die EZB steuert die Zinspolitik im Euroraum. Ihr Ratsmitglied Christian Noyer hat Teilen der Finanzbranche vorgeworfen, wieder solche Risiken einzugehen, die zu der jüngsten Finanzkrise geführt hätten. Auf einer Konferenz in Singapur verwies er zugleich darauf, dass die negativen Auswirkungen der Krise auf die Unternehmensbilanzen erst noch sichtbar würden.
Gewinne kommen vom Staat
Zu den größten Risiken für die nächste Zeit gehöre eine "business as usual"-Mentalität, sagte Noyer, der auch Chef der französischen Nationalbank ist. Es müsse klar sein, dass die gegenwärtigen Gewinne im Finanzsektor zum größten Teil eine Folge der staatlicher Maßnahmen sei, die zur Bekämpfung der Krise ergriffen worden seien. Die guten Ergebnisse der Banken bedeuteten daher nicht, dass keine Reformen mehr nötig seien.
Noyer stellte zugleich fest, dass sich die Volkswirtschaften nach Ausbruch der Krise stabilisiert hätten und das Schlimmste verhindert worden sei. (APA/pm)









