SOLID
23.01.2013 12:57

Immofinanz-Prozess

Die Petrikovics-Sünden im Detail

Staatsanwalt Sackmann: Zulasten von Gesellschaften im Immofinanz-Konzern - Persönliche Bereicherung mache Untreue-Delikte verwerflicher - Petrikovics herrschte über 800 Immofinanz-Firmen

Staatsanwalt Volkert Sackmann hat heute den vier anwesenden Angeklagten im Immofinanz-Prozess, allen voran Karl Petrikovics, Untreue vorgeworfen. Ihnen sei es darum gegangen, "ohne Risiko und ohne Kapitaleinsatz Geld zu verdienen". Sie hätten in nur elf Monaten 21 Mio. Euro vollkommen risikolos lukriert. Das Geld würde jemanden abgehen, denn "Geld wächst nicht auf Bäumen, irgendwo muss der korrespondierte Schaden eingetreten sein", argumentierte der Ankläger. Untreue sei "der Diebstahl des Bevollmächtigten", der mit einem Missbrauch der Befugnis einhergehe. Dass die Geschäfte zur persönlichen Bereicherung dienten, mache die Delikte noch verwerflicher.

Staatsanwalt Sackmann versuchte die hochkomplexen Options- und Aktiengeschäfte der Angeklagten "auf das Wesentliche" zu reduzieren. Die Idee des Konzepts war es, "wir machen Geld mit Immobilien und wir laden die Bevölkerung ein", sich daran zu beteiligen. Petrikovics habe als Vorstandschef der Constantia Privatbank (CPB), der Immofinanz und der Immoeast über den Immofinanz-Konzern mit rund 800 Gesellschaften faktisch geherrscht.

Laut der Anklage hatte es im März 2003 keinen Aufsichtsratsbeschluss zur Beteiligung von Petrikovics und seinem Vorstandskollegen Norbert Gertner mit 3 bzw. 2 Prozent an der Immoeast gegeben, argumentiert der Staatsanwalt, was aber von den Angeklagten immer wieder als Rechtfertigung für die Aktienkäufe behauptet werde. Warum aber später auch der angeklagte Ex-Vizeaufsichtsratschef der CPB, Helmut Schwager mit 4 Prozent an der Immoeast, Petrikovics mit 6 Prozent bzw. Gertner mit 4 Prozent beteiligt wurden, konnten die Angeklagten nach Ansicht des Staatsanwalts nicht schlüssig erklären.

Petrikovics und Gertner verdienten immer dann viel, "wenn die Bank hohe Gewinne machte", so der Ankläger. Machten dagegen Immofinanz und Immoeast hohe Gewinne, wirkte sich das auf ihr Gehalt nicht aus, denn die beiden Bankmanager wurden von der CPB bezahlt, während die Gehälter für ihre Vorstandsfunktionen bei den zwei Immo-Gesellschaften ruhten. Daher sei die oberste Maxime gewesen: "In der Bank dürfen keine Verluste entstehen".

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