SOLID
29.09.2010 06:02

Infrastruktur

Vier Angebote für Nebenbahnen in Niederösterreich

Zwei Wochen lang lief die Interessentensuche für die niederösterreichischen Nebenbahnen im Auftrag der ÖBB. Zum Abschluss der Frist gab es vier Angebote. Allerdings geht die Bahninitiative Probahn geht von anderen Zahlen aus.

Zwei Wochen lang lief die Interessentensuche für die niederösterreichischen Nebenbahnen, die von der Niederösterreichische Verkehrsorganisations GmbH NÖVOG im Rahmen des Stilllegungsverfahrens im Auftrag der ÖBB durchgeführt wurde. Das Ergebnis: Laut NÖVOG trudelten vier Angebote ein.

Die Bahninitiative Probahn geht von anderen Zahlen aus, ihrer Ansicht nach wurden nämlich gar 14 Offerte gelegt.


Die Angebote


Zwei Angebote seien für die Ybbstalbahn eingegangen, erklärte Friedrich Zibuschka, Oberster Verkehrsplaner des Landes. Eines stamme von der Gemeinde Hollenstein, das andere von der Ybbstalentwicklungsgenossenschaft (YEG) und der Bayerischen Oberlandbahn (BOB).

Letztere hatten schon im Frühjahr ihr Interesse an der Verbindung bekundet, das Land NÖ habe damals aber abgelehnt, weil dadurch Mehrkosten von 2,5 bis drei Millionen Euro pro Jahr entstanden wären, so Zibuschka.

Zusätzlich habe jemand ein Angebot für die Thayatalbahn gelegt und eine Privatperson habe gar Interesse an allen Bahnstrecken bekundet. Gemeinsam mit den ÖBB werde man beginnen, die Angebote "rechtlich und fachlich zu klären", sagte der Verkehrsplaner.

Auch Gespräche mit den Bietern seien aus seiner Sicht geplant. Sollte ein "vernünftiges Angebot" darunter sein, könne man durchaus über eine Übernahme durch private Betreiber verhandeln, meinte Zibuschka. Er verwies aber erneut darauf, das man "aufs Steuergeld achten" müsse - das Land werde den Bahnbetrieb auf den betroffenen Strecken daher nicht mitfinanzieren.

Andere Zahlen bei Probahn


Bei Probahn erklärte man sich die unterschiedlichen Angebotszahlen damit, dass seitens des Landes zahlreiche Schreiben etwa von Bürgermeistern, die Interesse an den Verbindungen bekundet hätten, aber aufgrund der kurzen Frist von 14 Tagen nicht dazu in der Lage waren, ein durchkalkuliertes Angebot zu legen, offenbar nicht als Angebote gezählt wurden.

Daher bekräftigte man die Forderung, ein Stillhalte-Abkommen für sechs Monate zu unterzeichnen. Das laufende Stilllegungsverfahren solle abgebrochen werden, dafür nach Gesprächen mit den Interessenten in einem halben Jahr eine Neuausschreibung von gesamten Strecken erfolgen. (APA/pm)

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