02.11.2009 10:20

Übernahme

Strabag will Schweizer Konkurrenten Implenia kaufen

Der österreichische Bauriese hat den Schweizer Konkurrenten ins Visier genommen: Implenia ist der größte Baukonzern der Eidgenossen und gehört derzeit mehrheitlich dem britischen Hedgefonds Laxey - und der will offenbar verkaufen.

Der österreichische Baukonzern Strabag von Hans-Peter Haselsteiner ist an der Übernahme des Schweizer Rivalen Implenia interessiert, berichtet die Tageszeitung "Die Presse" mit Verweis auf die "Neue Zürcher Zeitung" (NZZ).

Der Schweizer Baukonzern hat ein Interesse des österreichischen Konkurrenten an einer Beteiligung bestätigt. Implenia ist mit Erlösen von 1,5 Milliarden Euro der größte Baukonzern der Schweiz. Mehrheitseigentümer ist der britische Hedgefonds Laxey. Dieser gab in der Vorwoche bekannt, einen Käufer für seinen Anteil zu suchen. Implenia befindet sich seit Jahren im Dauerstreit mit dem Hedgefonds Laxey, schreibt auch die "Financial Times Deutschland".

Ein Zukunftskonzept

Strabag-Sprecher Christian Ebner in der Sonntags-"NZZ": "Wir haben unser Interesse diese Woche offiziell dem Verwaltungsrat in einem Brief mitgeteilt." Nach wie vor wolle man sich Implenia aber nur in freundlicher Weise nähern. "Wir haben ein klares Zukunftskonzept für Implenia, welches wir gerne dem Verwaltungsrat vorstellen möchten", so Ebner. Einzelheiten wolle er nicht über die Medien mitteilen, aber man wolle Implenia in jedem Falle stärken. "Dies könnte durch zusätzliche Verantwortlichkeiten im Auslandsgeschäft geschehen."

Für Implenia kämen solche Aussichten einem Befreiungsschlag gleich, sind die bisherigen Initiativen der Schweizer im Ausland doch erfolglos geblieben, so die "NZZ". An der Börse wurde der Implenia-Konzern zuletzt mit 526 Mio. Schweizer Franken (348 Mio. Euro) bewertet.

Implenia bestätigt Strabag-Anfrage

Implenia hat ein Interesse des österreichischen Konkurrenten an einer Beteiligung bestätigt. Zudem habe die Credit Suisse Implenia darüber orientiert, dass sie beauftragt sei, strategische Alternativen im Zusammenhang mit der von Laxey gehaltenen Implenia-Beteiligung zu prüfen.

Der Verwaltungsrat von Implenia habe beides zur Kenntnis genommen, heißt es in einer Implenia-Mitteilung weiter. Der Verwaltungsrat erinnere in diesem Zusammenhang daran, dass die Eintragung ausländischer Aktionäre gestützt auf die entsprechende schweizerische Gesetzgebung und die statutarische Ordnung der Implenia nur beschränkt möglich sei.

Schweizer wollen unabhängig bleiben


Der Verwaltungsrat habe Strabag in einem Schreiben zudem darauf hingewiesen, dass er den Erhalt der Unabhängigkeit von Implenia nach wie vor als wesentlich betrachte, um für die Aktionäre aber auch Kunden und Angestellte nachhaltig Mehrwerte zu schaffen. Gleichzeitig erklärte das Gremium jedoch auch seine grundsätzliche Bereitschaft für ein Gespräch zu einem noch zu vereinbarenden Zeitpunkt.

Der Hedge-Funds Laxey befindet sich seit dem Einstieg im April 2007 im Dauerstreit mit der Führung des Schweizer Unternehmens: Implenia ist nicht bereit, mehr als 4,9 Prozent der Laxey-Beteiligung ins Aktienregister einzutragen - obwohl der Hedge-Funds rund 51 Prozent an dem größten Schweizer Baukonzern besitzt. Implenia argumentiert, dass sie in Konflikt mit der so genannten Lex Koller geraten würde. Diese schränkt den Grundstückerwerb von Ausländern ein.

Strabag könnte helfen


Laut "NZZ" konnte Credit Suisse rund sieben Zehntel des 51 Prozent schweren Aktienpakets bei Schweizer Investoren platzieren - doch dann habe es gehakt, so die Zeitung unter Berufung auf einen Eingeweihten. Die Strabag könnte helfen, den seit über zwei Jahren schwelenden Konflikt zwischen Laxey und Implenia endgültig zu lösen, so die "NZZ": Offensichtlich wäre Strabag bereit, gemeinsam mit Schweizer Investoren das Paket zu übernehmen. (APA/pm)

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